Wenn die Spülmaschine das Geschirr nicht mehr richtig reinigt, muss nicht sofort ein Defekt vorliegen. Häufig sind es Verschmutzungen, eine ungünstige Beladung oder ein eingeschränkter Wasserkreislauf, die das Reinigungsergebnis verschlechtern. Gleichzeitig können ähnliche Symptome auch auf einen technischen Defekt hinweisen.
Entscheidend ist deshalb nicht nur, dass das Geschirr schmutzig bleibt, sondern wie sich das Problem zeigt.
Als Hausgeräte-Kundendienst gehen wir bei der Fehlersuche deshalb systematisch vor. Zunächst schließen wir die Ursachen aus, die sich ohne Werkzeug überprüfen lassen. Erst wenn diese ausgeschlossen sind, rücken technische Defekte in den Fokus.
Dieser Leitfaden zeigt Ihnen genau diese Vorgehensweise.
Welches Symptom zeigt Ihre Spülmaschine?
„Die Spülmaschine reinigt nicht richtig“ beschreibt zunächst nur das Ergebnis. Für die Fehlersuche ist das jedoch zu ungenau.
Achten Sie deshalb darauf, welcher Bereich betroffen ist. Bereits das Fehlerbild liefert oft entscheidende Hinweise.
Symptom | Mögliche Ursache |
Nur der Oberkorb wird nicht sauber | Oberer Sprüharm, Wasserzuführung, Wasserverteilung |
Nur der Unterkorb wird nicht sauber | Unterer Sprüharm, eingeschränkter Wasserdruck |
Teller bleiben fettig | Spültemperatur zu niedrig, Heizproblem, falsches Programm |
Gläser werden milchig | Kalk, fehlender Klarspüler oder Glaskorrosion |
Besteck zeigt Flecken | Wasserhärte, Klarspüler oder Kontaktrost |
Der Spültab liegt nach dem Programm noch im Fach | Reinigerklappe blockiert oder Wasser erreicht das Fach nicht |
Das gesamte Geschirr bleibt schmutzig | Filter, Sprüharme, Wasserzulauf oder Umwälzpumpe |
Je genauer sich das Fehlerbild eingrenzen lässt, desto leichter lässt sich die eigentliche Ursache finden.
So gehen wir bei der Fehlersuche vor
Bevor eine Spülmaschine geöffnet oder ein Bauteil ersetzt wird, sollten immer die Ursachen geprüft werden, die sich ohne Demontage kontrollieren lassen. In vielen Fällen lässt sich das Problem bereits dadurch beheben.
1. Filtersystem prüfen
Der Filter hält Speisereste aus dem Wasserkreislauf zurück. Ist er verschmutzt, kann das Spülwasser nicht mehr ungehindert zirkulieren. Außerdem können Speisereste erneut auf das Geschirr gelangen.
Nehmen Sie das Filtersystem heraus und reinigen Sie es gründlich unter fließendem Wasser. Hartnäckige Ablagerungen lassen sich mit einer weichen Bürste entfernen.
Technischer Hintergrund: Die Umwälzpumpe kann nur dann ausreichend Wasser fördern, wenn der Wasserkreislauf möglichst wenig Strömungswiderstand aufweist. Ein zugesetzter Filter beeinträchtigt deshalb nicht nur die Reinigungsleistung, sondern belastet gleichzeitig die Pumpe.
2. Sprüharme kontrollieren
Die Sprüharme verteilen das Spülwasser im gesamten Innenraum. Damit alle Bereiche erreicht werden, müssen sie sich frei drehen können und alle Düsen müssen geöffnet sein.
Bereits einzelne verstopfte Düsen verändern das Sprühbild. Das Wasser erreicht dann bestimmte Bereiche im Gerät nicht mehr zuverlässig.
Kontrollieren Sie deshalb:
- Drehen sich die Sprüharme frei?
- Sind einzelne Düsen verschmutzt?
- Blockiert Geschirr die Drehbewegung?
Verstopfte Düsen lassen sich vorsichtig mit einem Holz- oder Kunststoffzahnstocher reinigen.
3. Geschirr richtig einräumen
Auch eine technisch einwandfreie Spülmaschine kann nur dort reinigen, wo Wasser hingelangt.
Große Töpfe, Bleche oder Schneidebretter können den Wasserstrahl abschirmen oder die Sprüharme blockieren. Ebenso kommt es vor, dass Geschirr die Klappe des Reinigerfachs blockiert und sich der Spültab deshalb nicht vollständig auflösen kann.
Unser Tipp: Bleibt der Tab nach dem Spülgang noch im Fach liegen, wird häufig ein Defekt vermutet. Tatsächlich liegt die Ursache oft darin, dass ein großer Teller oder Topf die Klappe am Öffnen gehindert hat.
4. Das richtige Spülprogramm wählen
Das Eco-Programm arbeitet besonders energieeffizient. Es erreicht seine Reinigungsleistung vor allem über längere Laufzeiten und einen geringeren Wasser- und Energieverbrauch.
Bei stark eingetrockneten Speiseresten oder fettigen Töpfen kann ein Intensivprogramm deshalb die bessere Wahl sein.
Ein dauerhaft schlechtes Reinigungsergebnis sollte allerdings nicht allein durch ein anderes Programm kompensiert werden. Häufig steckt eine andere Ursache dahinter.
5. Regeneriersalz, Klarspüler und Reiniger prüfen
Eine gute Reinigungsleistung hängt nicht nur von der Technik der Spülmaschine ab.
Fehlt Regeneriersalz, kann die Wasserenthärtung nicht mehr zuverlässig arbeiten. Die Folge sind Kalkablagerungen und Wasserflecken. Ist der Klarspüler leer, trocknet das Geschirr schlechter und Flecken bleiben leichter sichtbar.
Auch beschädigte oder feucht gewordene Spültabs können ihre Reinigungswirkung verlieren.
Gut zu wissen
Viele MultiTabs enthalten bereits eine Salz- und Klarspülerfunktion.
Diese ersetzt die Wasserenthärtungsanlage der Spülmaschine jedoch nicht in jedem Fall. Insbesondere bei mittlerem oder hartem Wasser empfehlen viele Hersteller, zusätzlich Regeneriersalz zu verwenden und die Wasserhärte am Gerät korrekt einzustellen. So bleibt die Enthärtungsanlage funktionsfähig und Kalkablagerungen werden reduziert.
6. Die Spülmaschine regelmäßig reinigen
Mit der Zeit lagern sich Fett, Stärke und Kalk nicht nur im Filter, sondern auch an Dichtungen, Wasserführungen und im Innenraum ab.
Diese Ablagerungen beeinträchtigen zwar nicht sofort die Funktion, können den Wasserkreislauf jedoch nach und nach einschränken und die Reinigungsleistung verschlechtern.
Wenn bestimmte Bereiche nicht sauber werden
Nur der Oberkorb bleibt schmutzig
Wird ausschließlich der Oberkorb nicht sauber, liegt die Ursache häufig im oberen Sprüharm oder in der Wasserzuführung zum Oberkorb. Prüfen Sie zunächst, ob der Sprüharm frei drehen kann und die Düsen sauber sind. Bleibt das Problem bestehen, kann die Wasserverteilung innerhalb des Geräts gestört sein.
Nur der Unterkorb bleibt schmutzig
Der untere Sprüharm übernimmt den größten Teil der Reinigungsarbeit. Sind dessen Düsen verstopft oder dreht er sich nicht frei, wirkt sich das unmittelbar auf Töpfe und Teller im Unterkorb aus. Auch eine nachlassende Leistung der Umwälzpumpe macht sich häufig zuerst hier bemerkbar.
Gläser werden milchig oder stumpf
Nicht jede milchige Oberfläche ist Kalk. Lassen sich die Beläge entfernen, handelt es sich meist um Kalkablagerungen. Bleiben sie dauerhaft bestehen, kann Glaskorrosion vorliegen. Dabei wurde die Glasoberfläche dauerhaft angegriffen – ein Schaden, der sich nicht mehr rückgängig machen lässt.
Teller bleiben fettig
Fett benötigt ausreichend Temperatur, um zuverlässig gelöst zu werden.
Wenn die einfachen Ursachen ausgeschlossen sind
Sind Filter, Sprüharme, Beladung und Verbrauchsmittel in Ordnung und das Geschirr wird trotzdem dauerhaft nicht sauber, rückt der Wasserkreislauf in den Mittelpunkt der Fehlersuche.
Je nach Gerät kommen unter anderem folgende Bauteile infrage:
- Umwälzpumpe
- Heizpumpe beziehungsweise Heizung
- Wasserweiche
- Wassertasche
- Drucksensor
- Magnetventile
Diese Komponenten lassen sich ohne geeignete Messgeräte in der Regel nicht zuverlässig prüfen.
Wann ist eine Reparatur sinnvoll?
Eine Reparatur sollte in Betracht gezogen werden, wenn die Reinigungsleistung dauerhaft nachlässt und sich die üblichen Ursachen ausschließen lassen.
Typische Anzeichen für einen technischen Defekt sind:
- Das Wasser bleibt während des Programms kalt.
- Die Sprüharme drehen sich nicht mehr.
- Die Maschine nimmt zu wenig Wasser auf.
- Es treten ungewöhnliche Geräusche aus dem Bereich der Umwälzpumpe auf.
- Das Geschirr bleibt unabhängig vom gewählten Programm verschmutzt.
Gerade bei hochwertigen Geschirrspülern lässt sich die ursprüngliche Reinigungsleistung durch eine fachgerechte Reparatur häufig vollständig wiederherstellen.
Das Wichtigste
Schlechte Spülergebnisse sind nicht automatisch ein Hinweis auf einen Defekt.
In vielen Fällen lassen sich die Ursachen durch eine systematische Prüfung von Filter, Sprüharmen, Beladung und Verbrauchsmitteln eingrenzen.
Zeigt die Spülmaschine trotz dieser Maßnahmen dauerhaft eine nachlassende Reinigungsleistung, liegt die Ursache häufig im Wasserkreislauf oder an einem technischen Bauteil. Entscheidend ist dabei immer das konkrete Fehlerbild – denn es liefert bereits die wichtigsten Hinweise für eine gezielte Diagnose.